Am Schleswig-Holsteinischen Landestheater ist das Musical GUYS AND DOLLS (übersetzt ungefähr: „Harte Kerle und freche Puppen“) in der neuen deutschen Fassung von Christoph Wagner-Trenkwitz und Alexander Kuchinka erstmals zu erleben. Als Libretto dient eine geschickte Kombination von Kurzgeschichten und Figuren des New Yorker Reporters und Schriftstellers Damon Runyon, seines Zeichens Kenner von Typen aus der „Unterwelt“. Er soll persönliche Bekanntschaften zum Milieu gepflegt haben und unter anderem mit Al Capone und Frank Costello befreundet gewesen sein. Schon in den 1920er-Jahren hatte Bertolt Brecht Runyons Novelle THE IDYLL OF MISS SARAH BROWN als Grundlage für sein Stück HAPPY END genutzt. Frank Loesser, ausgestattet mit einer Doppelbegabung als Texter und Komponist, verlegte die Handlung nach New York und kreierte eine Musicalburleske, die 1950 in New York uraufgeführt wurde. GUYS AND DOLLS swingte und groovte sich, nicht zuletzt über die Verfilmung mit Marlon Brando und Frank Sinatra, auf direktem Weg in die Herzen des Publikums und auch der Kritiker. Bereits in den ersten drei Jahren wurde es am Broadway weit über tausend Mal gespielt und war in den USA damit einer der größten Theatererfolge der Nachkriegszeit.

