Im New York der 1940er Jahre war Florence Foster Jenkins ein Ereignis. Die begeisterte Sopranistin mit der recht freien Auffassung von Intonation quälte und quietschte sich munter durch die allererste Gesangsliteratur, angefangen auf Wohltätigkeitsveranstaltungen, über Bälle bis hin zu ihrem legendären Konzert in der Carnegie Hall. In ihrem Kopf mag sie mit engelsgleicher Stimme die Welt bezaubert haben; die akustische Realität war jedoch ein Leben zwischen Tragik, Heiterkeit und Spott. Unbeirrt ließ sie die Welt partizipieren an den Segnungen ihrer Musikalität, unterstützt von einem Freundeskreis, der ebenso schillernd und exzentrisch war wie sie selbst.
Aus dem Leben der Industriellentochter Florence Foster ist nur wenig überliefert. Und so machte sich der britische Autor Peter Quilter auf Spurensuche: aus spärlichen Fakten und Anekdoten schrieb er 1999 das Bühnenstück Glorious! und landete damit einen Riesenerfolg. Schnell eroberte die skurrile Geschichte die großen Bühnen in Sydney, Montreal, Helsinki, Prag und Boston und war 2006 als „Beste Komödie“ für den Laurence Olivier Award nominiert. Doch Quilters Stück ist mehr als „nur“ Komödie, es ist zugleich eine anrührende Hommage an eine Frau, deren Liebe zur Musik bewundernswert und absolut mitreißend war.