Was macht der gestresste Oberteufel, wenn es ihm in seinem Reich zu voll wird, weil heutzutage wirklich jeder in die Hölle will? Genau: Er lässt sich auf der Erde nieder. Kein Wunder, dass das Höllenleben ohne Regierungschef völlig aus dem Ruder gerät und die Belegschaft überfordert ist. Wieso ist er auch ausgerechnet jetzt nicht da?! Und wo, zum Teufel, steckt er eigentlich genau? Der einzige Ausweg scheint zu sein, dass einer der Unterteufel die Erdenleiter hinaufklettert, um nach dem Chef zu suchen. Auf seiner Reise streift er nicht nur durch die Kontinente, sondern auch durch die Jahrhunderte, um festzustellen, dass das Leben dort viel teuflischer ist, als er je geahnt hätte.
Mit seiner fantastisch-burlesken Operette Der Teufel auf Erden schrieb Franz von Suppé 1878 ein augenzwinkerndes, zeitkritisches Bühnenwerk in bester Offenbach-Tradition und traf damit auch inhaltlich den Nerv des Wiener Publikums. Schließlich übte der Teufel als Theaterfigur schon von jeher eine große Anziehungskraft aus. Warum sich das Werk trotz des Premierenerfolgs nicht auf der Bühne hielt, ist unklar. Der Suppé-Biograf Hans-Dieter Roser konstatiert: „Wahrscheinlich stand der Operette die unverhüllte Forderung nach mehr Liberalität im Wege, die in der Monarchie nicht gern gehört wurde, später nicht im österreichischen Ständestaat oder in der nationalsozialistischen Bewegung.“ Hinrich Horstkotte, der als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner in Chemnitz bestens bekannt ist und zuletzt mit seiner Turandot-Inszenierung für ausverkaufte Vorstellungen sorgte, wird dem „fröhlichen, musikalisch anspruchsvollen Ganzen“ (Roser) den Weg zurück auf die Bühne und in die Herzen der Operettenfreunde ebnen.